Neben der Vorlesungsreihe wird jährlich das Adam von Trott Stipendium an ein bis zwei Deutsche, deren Studium für ein Jahr in Oxford durch die Stiftung des Deutschen Volkes finanziert wird, vergeben. Im Balliol College gibt es einen Seminarraum, der seinen Namen trägt und auf dem Kriegerdenkmal vor der Kapelle findet sich auch der Name Adam von Trotts. Auch das Rhodes House würdigt ihn zusammen mit allen Stipendiaten, die im 2.Weltkrieg umkamen.
Wirklich wahrgenommen in Oxford wird aber wohl nur die Adam von Trott Lecture, die Teil der Mansfield Public Talks ist. Die Vorlesung wurde eingerahmt durch die Begrüßung der Principal von Mansfield, es folgte ein Grußwort von Valeska Onken, in dem sie die Verbindung zur Stiftung Adam von Trott in Imshausen herstellte. Sie hob darauf ab, dass damals wie heute die bleibende Freundschaft zwischen Imshausen und Oxford im Gedenken an Adam eine Kraftquelle im Widerstand gegen die erstarkende Rechte in Europa war und ist. Albrecht von Moltke, Vorsitzender des Komitees des Memorial Appeals, sprach kurz über das Leben Adam von Trotts. Am Schluss des Vortrags konnten noch Fragen aus dem Publikum gestellt werden.
Im Mittelpunkt stand der Vortrag von und das anschließende Gespräch mit Arndt Freytag von Loringhoven – Naturwissenschaftler, ehemaliger Botschafter in Moskau und zuletzt deutscher Botschafter in Polen. Er sprach über Russlands hybriden Krieg in Europa. Ihm zufolge gab es bereits vor 50 Jahren die ersten Anzeichen eines hybriden Krieges. Russland verfolge das Ziel, westliche Demokratien zu schwächen und die Bevölkerung zu verunsichern. Dazu gehören heutzutage der Einsatz von Drohnen, die Manipulation von Informationen und das systematische Untergraben von Vertrauen in die Fähigkeiten der Demokratie. Als Gegenmaßnahme bot er u.a. an: die kritische Infrastruktur schützen, das öffentliche Bewusstsein schärfen, Wissensvermittlung und mit gleicher Schärfe Gegenmaßnahmen einsetzen. Es sei daher unvermeidbar, dass Demokratien sich mit gleichen Waffen wie Russland zur Wehr setzen müssten. Mit seiner zu Beginn seiner Ausführungen gemachten Aussage, dass Demokratien nicht ihre ethischen Grundsätze verlieren dürften, wurde auf das Dilemma verwiesen, in dem sich unsere Demokratien heute z.T. befinden.
