Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Zum seinem 100. Geburtstag erinnerten viele Menschen an Adam von Trott zu Solz

Freudenfest für Vordenker

Von Vera Walger

"Ich wünsche mir, dass wir voller Freude feiern. Denn ein Geburtstag ist ein Freudenfest, keine Trauerfeier." Es ist keine Selbstverständlichkeit, wenn Verena Onken-von Trott zum Geburtstag ihres Vaters so einen Satz sagt. Denn Adam von Trott zu Solz, der gestern 100 Jahre alt geworden wäre, starb mit 35 Jahren einen gewaltsamen Tod. Er wurde von den Nationalsozialisten hingerichtet, als einer der Männer des 20. Juli 1944.

Immer wenn Menschen zusammenkommen, um sich an Adam von Trott zu erinnern, geht es um Leid und Tod und Vergeblichkeit, um die ungeheure Leistung eines jungen Mannes, der versucht hat, zusammen mit anderen sein Land zu retten, und dafür sein Leben opferte.

Clarita von Trott und ihre beiden Töchter.

Und doch herrschte am Samstag in Imshausen beim Festakt tatsächlich die Freude vor. Die Freude und Dankbarkeit darüber, dass es einen Menschen wie Adam von Trott gegeben hat - einen Vordenker mit Mut zur Tat. "Ja, ein Freudenfest, das wollen wir machen", stimmte auch Reinhard Höppner ein, der Vorsitzende der Stiftung Adam von Trott, die zu den Festveranstaltungen am Wochenende eingeladen hatte.

Und wie es sich zu so einem Anlass gehört, kam die Familie zusammen. Ganz enge Angehörige wie Adam von Trotts Witwe Clarita und die beiden Töchter, dazu Enkel, Nichten, Neffen, entferntere Verwandte und Freunde. Und es waren Menschen gekommen, die nicht verwandt sind mit Adam von Trott, die sich aber dennoch mit ihm verbunden fühlen. So wie die Vereinsmitglieder der Stiftung Adam von Trott mit ihrer Geschäftsführerin Ute Janßen, die die Feier mit vielen Helfern und noch mehr Engagement organisiert hatte.

Oder wie Ralph Giordano, der vor einigen Jahren Redner bei der Gedenkfeier am Trottenkreuz war und seitdem Kontakt hält mit Imshausen. Er, der als Halbjude unmittelbar unter dem Nationalsozialismus gelitten hat, sei den Verschwörern des 20. Juli im Laufe seines Lebens immer näher gekommen, erzählte er.

Auch Politiker waren unter den Gästen, Kollegen von Adam von Trott also. Die Festrede hielt Günter Gloser, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt war da, der Bundestagsabgeordnete Michael Roth, Landtagsabgeordneter Dieter Franz, Bebras Bürgermeister Horst Groß und weitere. für Musik sorgte das Trio Quodlibet aus Berlin.

Ziemlich weit hinten saß jemand, der eine ganz spezielle Verbindung zu Adam von Trott hat - denn er heißt auch Adam von Trott. Der Widerstandskämpfer war sein Patenonkel. Adam von Trott aus Bellers sagte: "Die Trauer um ihn haben wir seit über 60 Jahren. Jetzt denken wir an ihn. Und das ist schon festlich."

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


Artikelarchiv seit 2005

In unserem Artikelarchiv finden Sie alle Berichte aus und über Imshausen geordnet nach Jahren:

2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005


Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.