Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Stadt benennt Bahnhofsvorplatz nach Adam von Trott

Er bot den Nazis die Stirn

Von Helmut Krischmann

Ein kluger Kopf, ein Mann, der sich dem Naziregime widersetzte und bis zuletzt die Hoffnung hatte, Deutschland von den Naziverbrechern zu befreien. So wird Adam von Trott zu Solz in der Literatur beschrieben.

Die Stadt Hann. Münden wird - wie kurz berichtet - den Widerstandskämpfer ehren, indem sie nach einstimmigem Ratsbeschluss den Bahnhofsvorplatz nach Adam von Trott benennt und ihm eine Gedenktafel widmet. Die Nazis hatten den Diplomaten, der 1927 am Mündener Gymnasium seine Abitur bestanden hatte, nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 26. August 1944 hingerichtet.

Bronzetafel am Eingang des Mündener Gymnasiums.

Elke Unckenbold (CDU) hatte für das Bündnis für Münden den Antrag dazu begründet, indem sie die Lebensgeschiche Von Trotts skizzierte. Dr. Joachim Atzert (SPD) sagte, es "steht unserer Stadt gut an, eine herausragende Persönlichkeit in dieser Weise zu ehren." Er erinnerte, dass Oberstudienrat Ulrich Kratz, Lehrer am Grotefend-Gymnasium, bereits vor einigen Jahren den Vorschlag gemacht hatte. Die SPD habe dies 2004 aufgegriffen. Ulrich Kratz hat in einem Artikel, der in einer Festschrift zum Schuljubiläum 2001 veröffentlicht worden war, den Weg Von Trotts beschrieben. Mit Hann. Münden, so schreibt Kratz, verband ihn der Besuch des Gymnasiums. Vier Jahre, von 1923 bis 1927, büffelte der intelligente Schüler dort im Gebäude der heutigen Schule am Botanischen Garten. Die Schularbeiten erledigten Adam von Trott und seine Mitschüler im Alumnat des Klosters Loccum. Das Internat war am Kattenbühl, dort wo heute der ASB zuhause ist.

Bereits mit 17 legte er sein Abitur mit der Note Gut ab, studierte Jura in München, Göttingen, Berlin und Oxford. In der britischen Unistadt bekannte sich Von Trott erstmals öffentlich als Gegner des Nationalsozialismus. Als Rechtsreferendar weigerte er sich trotz massiven Drucks der Nazis, in die NSDAP einzutreten. Im Jahr 1940 trat er dann doch in die NSDAP ein, weil er nur so die Chance sah, für seine politischen Ziele zu arbeiten: die Befreiung Deutschlands vom Naziregime.

Mit dem Hitler-Attentäter Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg war Von Trott befreundet. Noch am Abend vor dem 20. Juli, dem Tag des Attentats soll Stauffenberg Von Trott in dessen Berliner Wohnung besucht haben. Die Nazis fanden das heraus, weil Stauffenbergs Fahrer das Fahrtenbuch sorgfältig führte und den Besuch aufgeschrieben hatte.

Von Trott wurde nur 35 Jahre alt. Die heute 91-jährige Witwe, Dr. Clarita von Trott zu Solz, lebt in Berlin. Eine Tochter wohnt ebenfalls in Berlin, die andere in Kassel. Von Trotts Bruder Heinrich von Trott lebt im nordhessischen Nentershausen-Süß.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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