Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Vorpremiere des neuen Tom-Cruise-Films

Diskussion über Walküre

Von Kai A. Struthoff

Es ist jetzt Zeit, dass etwas getan wird, aber wer den Mut hat, dies zu tun, der muss es in der Erkenntnis tun, dass er in die deutsche Geschichte als Verräter eingehen wird. Tut er es nicht, dann wird er Verräter sein vor seinem eigenen Gewissen." (Claus Schenk Graf von Stauffenberg) - Nachdenklich und mit betroffenem Schweigen verließen die meisten Besucher die Vorpremiere des neuen Hollywoodfilms "Operation Walküre" am Mittwochabend. Der wegen seines Engagements für die Scientology-Sekte umstrittene US-Schauspieler Tom Cruise ist darin in der Rolle des Hitler-Attentäters Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu sehen.

Ute Janßen.

Die VR-Bank hatte Geschäftspartner und Kunden zu diesem Kino-Highlight eingeladen. "Die Karten waren in kürzester Zeit vergriffen", sagte Roland Tries vom Vorstand der VR-Bank, der gemeinsam mit Kinobesitzer Horst Martin die Gäste begrüßte.

Danach gab die Geschäftsführerin der Imshäuser Stiftung Adam Trott zu Solz, Ute Janßen, eine Einführung in die Geschichte des Deutschen Widerstands. Adam Trott zu Solz gehörte nämlich zum engeren Kreis der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. Er knüpfte die Verbindungen zwischen Stauffenberg und dem Kreisauer Kreis, dessen Mitglied er war.

Trott war der Vordenker einer Außenpolitik des Widerstandes und sollte nach einem geglückten Attentat auf Hitler den Posten eines Staatssekretärs im Auswärtigen Amt erhalten. Adam von Trott zu Solz wurde am 26. August 1944 im Alter von 35 Jahren im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt.

Ute Janßen betonte in ihrem Einführungsreferat, dass "Operation Walküre" ein Spielfilm und keine Dokumentation sei und kritisierte, dass verschiedene Entwicklungsprozesse des Widerstandes nur unzureichend dargestellt werden.

Dennoch lobte sie die Tatsache, dass der Film zum Nachdenken und zur Diskussion anrege und die Erinnerung an die Widerstandskämpfer wach halte. Interessierte lud sie zu einem Besuch der Stiftung in Imshausen ein.

Stimmen zum Film finden Sie in einem Videofilm von HZ-TV im Internet. Morgen lesen Sie außerdem ein Portrait des Bruders von Adam Trott zu Solz, Heinrich, einem der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des deutschen Widerstands. Er hat sich den Film angesehen und schildert für uns seine Eindrücke und Erinnerungen an jene Zeit.

Dieser Artikel ist erschienen in der Hersfelder Zeitung (HZ)


Artikelarchiv seit 2005

In unserem Artikelarchiv finden Sie alle Berichte aus und über Imshausen geordnet nach Jahren:

2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005


Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.