Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Aliyeh Yegane Arani in Imshausen

Mit der Vielfalt umgehen

Von Peter Gottbehüt

Einblicke in eine Welt der Vielfalt erwartete die Besucher des letzten Imshäuser Gespräches in der Veranstaltungs-Reihe "Vom Umgang mit den Anderen". Unter der Überschrift "Managing Diversity" stellte Aliyeh Yegane Arani aus Berlin ihre Arbeit einem diskussionsfreudigen Publikum im Imshäuser Herrenhaus vor.

Eine Welt der Vielfalt - unter diesem Motto stehen die in der Tradition der amerikanischen Bürgerbewegung wurzelnden Bildungsprojekte, die von Arani mit entwickelt worden sind. Mit ihrer Hilfe sollen Brücken zwischen Menschen mit unterschiedlichem kulturellen, weltanschaulichem oder religiösen Hintergrund gebaut werden.

Aliyeh Yegane Arani

Ängste und Vorurteile würden nicht zuletzt dadurch verstärkt, dass die moderne Gesellschaft mit Veränderungen konfrontiert sei, wie in keiner anderen Epoche: Es sei nicht mehr selbstverständlich, dass man auf Jahre hinaus voraussehen könne, wo man leben werde und wie sich die individuelle berufliche Zukunft entwickeln werde. Die einzige Aussage, die sich mit Sicherheit treffen lasse, sei, dass die Gesellschaft immer vielfältiger werde.

Arani betonte, dass der einzige Weg zu einem wirklichen Miteinander über das Erkennen der eigenen Identität führe: Es sei nicht sinnvoll, sofort über "die Anderen" reden zu wollen. Mit diesem Wunsch kämen viele Teilnehmer auch in ihre Trainings. Es gehe nicht darum, sich gegenseitig zur eigenen Lebenweise und Weltanschauung zu bekehren, sondern darum, die Kompetenz zum Umgang mit der Vielfalt zu entwickeln.

Dies, so Arani, werde umso nötiger angesichts der Tatsache, dass statistisch gesehen bereits 26 Prozent aller Grundschüler einen Migrationshintergrund haben. Bei ihren Trainings, die sowohl Kinder als auch Erwachsene absolvierten, stehe am Anfang grundsätzlich eine Bestandsaufnahme, der ein Sensibilisierungtraining folge.

Wichtig sei es dabei, nicht mit nur einer Gruppe zu arbeiten, sondern möglichst alle Beteiligten in die Schulung einzubeziehen. In der Schule seien damit neben den Schülerinnen und Schülern die Lehrer und idealerweise auch die Eltern gemeint. Günstig und nachhaltig seien in jedem Falle längere Arbeitsphasen mit einer Gruppe.

Die Annäherung an das Ziel ist für Arani an dem Punkt erreicht, an dem die Pluralität in der Gesellschaft nicht mehr als Problem, sondern als Herausforderung wahrgenommen werde und an dem ein exotischer Name oder ein fremdes Äußeres nicht mehr in jedem Falle die hartnäckige Frage "Woher kommst Du denn wirklich?" auslösten.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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