Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Mutig das Nein wagen

Über 100 Menschen nahmen an der Gedenkfeier zum 20. Juli teil

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Die Sonne meinte es gut mit den etwa 100 Gästen der Gedenkfeier zum 20. Juli, die am Freitagabend zum Imshäuser Kreuz gekommen waren. Gerade zu Beginn der so herrlich gelegenen Gedenkstätte oberhalb des Dorfes ließ sie sich wieder blicken, nachdem am Nachmittag noch ein heftiger Regenguss den Boden aufgeweicht hatte. Auch die Lautprecheranlage hatte gelitten. Während der Gastredner aus Berlin, Uwe Neumärker, seine bedenkenswerten Überlegungen zum 20. Juli vortrug, waren immer wieder Geräusche zu hören, als trete jemand kräftig gegen einen Ball.

Das tat der feierlichen Stimmung am Trottenkreuz aber keinen Abbruch. Uwe Neumärker verstand es, die Zuhörer mitzunehmen auf seine Reise, bei der es um den Widerstand und dessen Wahrnehmung in den Jahrzehnten seit Kriegsende, in der DDR und in der Bundesrepublik sowie im wiedervereinigten Deutschland ging.

Der 37-Jährige, in der DDR geborene heutige Geschäftsführer der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Berlin) fragte nach der Bedeutung, die der 20. Juli 1944, die Adam von Trott zu Solz und sein Handeln für uns heute hätten. "Vor allem eines: Selbst unter einer verbrecherischen Diktatur haben Menschen das Nein gewagt. Sie wussten, dass ihr Handeln tödliche Folgen haben und unbeachtet bleiben konnte.... Mehr von solchem Mut wünsche ich mir für die Gegenwart, im Alltag, wenn es um den Kampf gegen die Ausgrenzung von Minderheiten geht. Mehr Mut im konsequenten Engagement für Demokratie und für Rechtsstaatlichkeit, gegen Rechtsextremismus und Gewalt."

Zu der Feier am Imshäuser Kreuz zum Gedenken an Adam von Trott zu Solz und seine Freunde hatten der SPD-Unterkreis Rotenburg und die Stiftung Adam von Trott eingeladen. Der Stiftungsvorsitzende, Reinhard Höppner, hatte zu Beginn die Bedeutung des stetigen Erinnerns und des Lernens aus der Geschichte hervorgehoben.

Heldenhaftes erkannte Steffen Müller, SPD-Unterkreisvorsitzender, in den Männern und Frauen des 20. Julis. "Jedoch nicht als Ausnahmemenschen, sondern als solche, die aus ihrem Lebensumfeld heraustraten und sich Fragen stellten."

Die neue Geschäftsführerin der Stiftung, Ute Janßen, wies darauf hin, wie sehr Adam von Trott die Landschaft seiner Heimat geliebt hat. Sie dankte den Bläsern der Adam-von-Trott-Schule Sontra und den Weißenhaseler Musikanten für die feierliche Umrahmung.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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