Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Einer, der Spuren hinterlässt

Joachim Garstecki als Studienleiter verabschiedet

Von Vera Walger

Wenn eine Verabschiedung Anlass gibt, 170 Gäste einzuladen, dann lässt das aufhorchen. Wenn diese 170 dann auch noch so gut wie vollzählig erscheinen, ist das erstaunlich. Zumal, wenn sie nicht alle um die Ecke wohnen, sondern im ganzen Land verteilt. Aber es war schließlich ein ganz Besonderer, der da in Imshausen in den Ruhestand entlassen wurde: Joachim Garstecki. Damit alle Platz finden konnten, die dabei sein wollten, musste man vom Herrenhaus auf den Tannenberg umziehen, zur Kommunität Imshausen.

Sechs Jahre lang war Joachim Garstecki geschäftsführender Studienleiter der Stiftung Adam von Trott, die inzwischen ein Verein ist. Er hat vieles geschaffen, hat Spuren hinterlassen. Doch sein berufliches Leben war schon zuvor ein aufregendes gewesen.

Eines, das konfessions- und grenzüberschreitend war: Als katholischer Theologe war er 1965 bis 1970 Referent für Jugendseelsorge im Erzbischöflichen Kommissariat seiner Heimatstadt Magdeburg; dann Studienreferent für Friedensfragen in der Theologischen Studienabteilung beim Bund der evangelischen Kirchen in der DDR in Berlin; 1991 bis 2000 Generalsekretär der deutschen Sektion von Pax Christi in Bad Vilbel.

Aus jeder dieser Stationen trat ein Redner ans Mikrofon: Willi Kraning für die Zeit in Magdeburg, Bischof Dr. Christoph Demke für Berlin, Prof. Heinz Missalla und Johannes Schnettler für Bad Vilbel sowie schließlich, im Namen der Stiftung, Otto von Campenhausen. Dr. Reinhard Höppner, der Vorsitzende des Vereins, führte durch den Nachmittag. Für die musikalische Begleitung sorgten Mitglieder des Orchesters der Musikschule des Landkreises.

Die Friedensarbeit war der rote Faden in Joachim Garsteckis Schaffen, das wurde deutlich. Und diesen roten Faden verfolgte er, das bescheinigten ihm seine Weggefährten, mit Mut und Engagement, mit Klugheit und Weitsicht. Sie ließen auch seinen Humor nicht unerwähnt. Den stellte Joachim Garstecki sogleich unter Beweis. Als der Schirm der Stehlampe neben ihm während seiner eigenen Rede mit einem großen Knall in tausend Stücke zersprang, lachte er und fragte: "Kam das jetzt von ganz oben oder nur von oben?"

Garstecki nutzte die Gelegenheit, um inhaltliche Schwerpunkte seiner Arbeit zu reflektieren und um vielen Menschen zu danken. Die Liste reichte von Clarita von Trott, der Witwe Adam von Trotts, und die Schwestern und Brüder der Kommunität über die Mitarbeiter im Herrenhaus bis zu seiner Frau Bärbel.

"Alles hat seine Zeit, meine ist zu Ende", sagte Joachim Garstecki. Wehmut ließ er nicht aufkommen, er schloss mit einem zuversichtlichen Blick in die Zukunft: Er sei froh über seine Nachfolgerin Ute Janßen, "denn sie ist klug, zupackend und engagiert".

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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