Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Oestreicher in Rotenburg

Die Zukunft Israels und der Friede des Nahen Ostens gehen uns alle an

Text und Foto von Manfred Schaake

"Betet für den Frieden Jerusalems!" Dazu hat Dr. Paul Oestreicher aus Bristol in Rotenburg aufgerufen. Der Politologe und Publizist sprach am Montagabend im Rathaus-Sitzungssaal bei einem Empfang für die Nachfahren ehemaliger jüdischer Familien. Aus Anlass der Einweihung der Gedenk- und Begegnungsstätte in der ehemaligen Mikwe hatten der Förderkreis Ehemaliges Jüdisches Ritualbad, der Magistrat der Stadt und der Verein für Kultur und Tourismus zu dem Empfang eingeladen.

Für ihn sei der Aufenthalt in Rotenburg "unheimlich bewegend" gewesen, sagte Oestreicher. Der ehemalige Domkapitular und Leiter des Internationalen Versöhnungszentrums Coventry sagte, die Tragik der Vergangenheit sei wie eine Geschichte des Hasses des jüdischen Volkes. Der Hass habe eine lange, lange und christliche Geschichte. Und diese Geschichte sei noch lange nicht beendet. Der Antisemitismus müsse bekämpft werden, weil er noch tief verwurzelt sei in vielen Gesellschaften, sagte Oestreicher, der auch Leiter des Außenamtes des Britischen Kirchenrates war. Das jüdische Volk habe in Israel eine Heimat gefunden. Israel sei ein gefährdetes Land. Die Erhaltung Israels in Frieden und Sicherheit sei die Aufgabe aller anständigen Menschen, betonte Dr. Oestreicher: "Betet für den Frieden Jerusalems!" Jerusalem sei ein Symbol. Es sei die heilige Stadt des jüdischen Volkes, des Islams und der Christen: "Das verpflichtet uns, für diesen Frieden sehr konkret zu arbeiten."

Oestreicher sieht die akute Gefahr, "dass der Hass gegen das jüdische Volk ersetzt wird durch den Hass gegen den Islam". Deshalb müsse man Frieden schaffen zwischen dem jüdischen Volk und der großen Welt des Islams. Das große Problem sei, sagte Oestreicher, dass Israel in Frieden neben einem palästinensischen Staat leben könne. Es sei sehr umstritten, wie es zu dieser Lösung komme.

Kritik an Israel dürfe man nicht mit Antisemitismus vergleichen. Manchmal sei es ein Ausdruck der Liebe. Alle Bürger der Europäischen Gemeinschaft hätten die besondere Verpflichtung, das Problem zu lösen. Oestreicher zum Thema Frieden im Nahen Osten: "Es geht nur mit Liebe zu Israel, dem palästinensischen Volk und Liebe zum Islam."

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


Artikelarchiv seit 2005

In unserem Artikelarchiv finden Sie alle Berichte aus und über Imshausen geordnet nach Jahren:

2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005


Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.