Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Produktive Unruhe stiften

Gedenkfeier zum Jahrestag des Hitler-Attentats unterm Trottenkreuz in Imshausen

Von Herbert Vöckel

Drohende Gewitterwolken und drückende Hitze haben sie nicht geschreckt. Mehrere hundert Besucher ehrten Adam von Trott zu Solz mit einer Gedenkfeier am Kreuz hoch über Imshausen. Eingeladen hatten der SPD-Unterkreis Rotenburg und die Stiftung, die den Namen des Widerstandskämpfers trägt. Die Gedenkrede hielt Pröpstin Marita Natt vom evangelischen Kirchensprengel Hersfeld.

"Frieden, so scheint’s mir, ist die Unruhe, die an allem wesentlichen Wandel der Dinge teilhat." SPD-Unterkreisvorsitzender Steffen Müller zitierte Adam von Trott zu Solz, der nach dem gescheiterten Attentat am 20. Juli 1944 auf Hitler von den braunen Machthabern hingerichtet wurde.

Der in Potsdam geborene Widerstandskämpfer wuchs im Bebraer Stadtteil Imshausen auf. Ihm zu Ehren hatte der ehemalige Bebraer Bürgermeister August-Wilhelm Mende die erste Gedenkfeier vor über 20 Jahren ausgerichtet. Zu der inzwischen 23. Veranstaltung begrüßte Müller neben den vielen Besuchern auch Clarita und Heinrich von Trott zu Solz sowie Adam von Trott zu Solz aus Bellers. Der zweite Vorsitzende der Stiftung "Adam von Trott zu Solz" ist ein Patenkind des hingerichteten Widerstandskämpfers.

"Die Gedanken zum Frieden als produktive Unruhe sollen uns heute zum Zuhören und Diskutieren einladen", kündigte Unterkreisvorsitzender Steffen Müller an. Die aktuellen Bilder aus dem Nahen Osten würden zeigen, dass Gedanken um eine friedfertige Welt dringender denn je seien.

Ein Land wie Deutschland, das 61 Jahre in Frieden gelebt habe, solle diese Gedanken besonders pflegen. Der Weg zum Erreichen des Friedens könne tödlich sein. Das habe das Attentat am 24. Juli 1944 gezeigt. Vor dem Gedenkstein von Adam von Trott zu Solz legten die Vorstandsmitglieder des SPD-Unterkreises Rotenburg ein Blumengebinde nieder. Musikalisch begleitet wurde die Feier von der Bläsergruppe der Adam-von-Trott-Schule Sontra unter Leitung von Wolfgang Kulks. Stiftungsvorsitzender Joachim Garstecki lud zum Abschluss der Gedenkfeier die Besucher zur Diskussion mit Pröpstin Marita Natt ins Herrenhaus im Trottenpark in Imshausen ein.


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