Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 24. Januar 2019, 19.00 Uhr | Imshäuser Gespräch

„Schonzeit vorbei

Antisemitismus - ein alltägliches Gegenwartsphänomen?

Vortrag und Gespräch mit
Juna Grossmann
Autorin und Bloggerin (Berlin)
Herrenhaus im Trottenpark Imshausen

Juna Grossmann arbeitet in einer NS-Gedenkstätte und beobachtet seit Jahren, wie offene judenfeindliche Angriffe zunehmen, wie sie lauter und bedrohlicher werden. In ihrem Buch „Schonzeit vorbei“ schildert sie das Leben als Jüdin unter permanentem antisemitischem Beschuss. Immer wieder erlebt sie offenen und versteckten Antisemitismus. Bei der Lektüre ihres Buches wird schnell klar, dass Antisemitismus längst kein Randphänomen mehr ist. Juna Grossmann berichtet vom Wachsen einer Angst, die sie vor einigen Jahren noch nicht kannte, und davon, wie sie eines Tages merkte, dass auch sie mittlerweile auf gepackten Koffern lebt, bereit zur Flucht vor dem Hass.

Immer wieder bezieht die Autorin Stellung zu kontroversen Themen. Seit Anfang dieses Jahres erreichen sie zunehmend Hasskommentare. Das ist nicht Neues für Juna Grossmann, die bereits seit mehreren Jahren als Bloggerin aktiv ist, doch die Worte treffen sie härter als bisher. Sie beschließt, die Kommentare nicht mehr zu löschen, sondern sie zu veröffentlichen. Alle sollen mitbekommen, was sie als Jüdin ständig erlebt.

Doch betroffen sind nicht nur Menschen jüdischen Glaubens, sondern auch die so genannte „Mehrheitsbevölkerung“, die auf antisemitische Äußerungen und Taten häufig mit „ohrenbetäubendem Schweigen“ reagiert. Juna Grossmann appelliert in ihrem Buch an ihre Mitbürger: „Steht zu uns, helft uns, greift ein! Denn auch für euch ist die Schonzeit vorbei.“

Zur Person

Juna Grossmann wurde in Berlin geboren und ist dort aufgewachsen. Seit 2008 betreibt sie ihren Blog irgendwiejuedisch.com. Dort schreibt sie unter anderem über ihr Leben als liberale Jüdin in Berlin, Ausstellungen und ihre Erfahrungen mit der DDR, in der sie aufgewachsen ist.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Bitte tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass wir auch in Zukunft interessante „Imshäuser Gespräche“ anbieten können!


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Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.