Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 27. September 2019, 19 Uhr | Imshäuser Gespräch

Wachsen oder Weichen

Landwirtschaft in der Wettbewerbsfalle

Vortrag und Gespräch mit
Michael Beleites
Landwirt und Publizist (Blankenstein)
Herrenhaus im Trottenpark Imshausen

Die Produktionsbedingungen unserer Lebensmittel und die ökologischen Begleiterscheinungen beschäftigen uns zunehmend. Die Situation der Landwirte und die Einflussmöglichkeiten der Verbraucher rücken in der öffentlichen Diskussion ebenfalls verstärkt in den Fokus. Wir haben uns daran gewöhnt, dass es ein permanentes Angebot günstiger Lebensmittel in unseren Supermärkten gibt. Zugleich wird klar, dass das idyllische Bild vom Landleben und vom Bauernhof nicht der Realität entspricht und dass landwirtschaftliche Flächen immer mehr zum Spekulationsobjekt werden.

Die immer wieder beklagte Industrialisierung der Landwirtschaft wird nach Ansicht von Michael Beleites weder durch profitgierige Landwirte noch durch geizige Verbraucher bewirkt. Ihr Verursacher ist der Verdrängungs-Wettbewerb; die Logik vom "Wachsen oder Weichen" der Höfe. Dabei ist auch Wettbewerb an sich durchaus kritisch zu beleuchten, denn er ist auch Motor des wirtschaftlichen Wachstums. Was passiert aber, wenn die Grenzen des Wachstums erreicht sind und der Motor weiterläuft? In seinem Vortrag wird der Autor des Buches „Land-Wende. Raus aus der Wettbewerbsfalle!“ die Wettbewerbs-Logik untersuchen, um davon ausgehend die Krise der Landwirtschaft zu analysieren und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

Zur Person

Michael Beleites ist studierter Landwirt. Heute lebt er als Gärtner und Publizist in der Nähe von Dresden. In den 1980er Jahren wirkte er in der unabhängigen Umweltbewegung der DDR und machte die Folgen des sowjetisch-deutschen Uranbergbaus öffentlich. Von 2000 bis 2010 war er Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Er veröffentlichte mehrere Bücher, unter anderem „Umweltresonanz“ (2014) und „Land-Wende. Raus aus der Wettbewerbsfalle!“ (2016). Aus der Perspektive einer „organismischen Biologie“ zeigte er auf, dass der Zusammenhang zwischen ökologischem Milieu und genetischer Variation unabhängig von Selektion ist.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei. Bitte tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei, dass wir auch in Zukunft interessante „Imshäuser Gespräche“ anbieten können!


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Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.