Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 26. Oktober 2018, 19 Uhr | Imshäuser Gespräch

Wie Geschichte die Gegenwart bestimmt

Zur Akzentverschiebung in der polnischen Geschichtspolitik

Gespräch mit
mit Zofia Wóycicka
Historikerin und Museumskuratorin (Berlin)
Herrenhaus im Trottenpark Imshausen

Seit November 2015 ist in Polen eine Regierung im Amt, die allein von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) gestellt wird. Polen erlebt seitdem einen tiefgreifenden Umbruch in vielen Politikfeldern, unter anderem auch in der Bildungs-, Kultur- und Geschichtspolitik. Ministerpräsidentin Beata Szydło kündigte in ihrer ersten Regierungserklärung an, mit ihrer Politik eine „Stärkung der patriotischen Einstellungen“ befördern zu wollen. Mit Unterstützung öffentlicher Mittel sollen „Werke entstehen, die Polen und der Welt von unseren hervorragenden Landsleuten, unseren Helden erzählen.“ Auch für Staatspräsident Andrzej Duda solle die „Stärkung des patriotischen Bewusstseins der Polen“ vorrangiges Ziel der Geschichtspolitik sein. Der Politikwechsel hat bereits jetzt erhebliche Auswirkungen auf die historischen Diskurse in den Medien, in der Museumsarbeit und im schulischen Bildungsbereich gezeigt.

Wir möchten in diesem Imshäuser Gespräch unseren Blick auf eben diese inner-polnischen Entwicklungen werfen und die Hintergründe der aktuellen geschichtspolitischen Verschiebungen in den Blick nehmen. Im Gespräch soll über die Bedeutung des polnischen Kurswechsels für die nationale und bilaterale historisch-politische Bildung (auch spezielle im Hinblick auf die deutsch-polnischen Beziehungen), sowie für den gesamteuropäischen Prozess des Zusammenwachsens eingegangen werden.

Zofia Wóycicka ist Historikerin und Museumskuratorin. Sie studierte Geschichte und Soziologie am Collegium für Interdisziplinäre Humanistische Studien der Warschauer Universität und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die polnische und deutsche Zeitgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Zweiten Weltkrieges und der frühen Nachkriegszeit, die Erinnerungsforschung, die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, Museen und Museumspädagogik.

Zofia Wóycicka promovierte an der Polnischen Akademie der Wissenschaften und an der Warschauer Universität und der Schule für Sozialwissenschaften an der Polnischen Akademie der Wissenschaften. In den Jahren 2007 bis 2011 arbeitete sie am Museum der Geschichte der Polnischen Juden in Warschau, von 2010 bis 2011 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Universität Warschau. Von 2011 bis 2015 war sie als Kuratorin am Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel tätig. Seit Dezember 2015 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften Berlin. Zofia Wóycicka ist u.a. Autorin des Buches: „Arrested Mourning. Memory of the Nazi Camps in Poland, 1944-1950”

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.


Artikelarchiv seit 2005

In unserem Artikelarchiv finden Sie alle Berichte aus und über Imshausen geordnet nach Jahren:

2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005


Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.