Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Ausstellungsbüro „Die Exponauten“ präsentierte Ideen für eine Ausstellung in Imshausen

Adam von Trott – ein Lebensbild in konzentrischen Kreisen

Eine Dauerausstellung über den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz zu erarbeiten ist eine Herausforderung: Es gibt eine große Fülle an – meist schriftlichem Material, aber nur wenige Objekte. Adam von Trott war ein kluger Denker, der seine Gedankengänge jedoch zumeist in komplexen Formulierungen niederlegte, die heute – besonders für junge Menschen – unkommentiert nur noch schwer zu vermitteln sind. Andererseits sind sowohl Adam von Trotts Leben als auch seine Gedanken auch heute noch aktuell, es lohnt sich, sich mit ihm zu befassen.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins präsentierte die Historikerin Dr. Katrin Pieper vom Ausstellungsbüro „Die Exponauten“ aus Berlin die ersten Ideen zum Projekt.

Die Historikerin Dr. Katrin Pieper vom Ausstellungsbüro „Die Exponauten“ aus Berlin präsentierte Ideen für eine Ausstellung in Imshausen.

Drei Räume und Teile der Eingangshalle des Herrenhauses sollen zunächst für die Ausstellung umgestaltet werden. Längerfristig sollen auch in weiteren Gebäudeteilen und im Trottenpark „Spuren“ gelegt werden, mit denen man sich dem Namensgeber der Stiftung annähern kann. Die Räume im Herrenhaus sollen im kommenden Winter vorbereitet werden, sodass bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 der Kern der Ausstellung eröffnet werden könnte. Mit den „Exponauten“ ist es der Stiftung gelungen, ein renommiertes Ausstellungsbüro zu gewinnen. „Die Exponauten“ haben neben zahlreichen anderen Projekten auch das Museum zum Grenzdurchgangslager im Bahnhof von Friedland kuratiert. „Die Exponauten“ werden gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe der Stiftung, zu der neben Mitgliedern der Familie und Vorstandsmitgliedern auch Fachhistoriker und die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle in Imshausen gehören, an der Konzeption der Ausstellung arbeiten.

Das Grundprinzip der Planungen beschrieb Katrin Pieper mithilfe des Bildes konzentrischer Kreise: Man nähere sich über ein Bild oder ein Zitat einer konkreten Situation im Leben Adam von Trotts an, um dann die Möglichkeit zu haben, seinen Blick sukzessive in mehreren Ebenen zu erweitern. So könnte man beispielsweise über ein Bild von Adam von Trott und seinem Vater August zum Thema der Vater-Sohn-Beziehung, zur familiären Prägung bis hin zu damit zusammenhängenden politisch-gesellschaftlichen Hintergründen gelangen. Ihr und ihren Kollegen sei es beim Nachdenken über die Ausstellung vor allem darum gegangen, Adam von Trotts Lebensgeschichte aber auch seine Aktualität darzustellen. Die Ausstellung werde bewusst nicht als chronologische Abfolge von Ereignissen mithilfe eines „Zeitstrahls“ gestaltet, sondern biete an verschiedenen Stellen Vertiefungsmöglichkeiten je nach Bedürfnis des jeweiligen Betrachters und solle Fragen aufwerfen, deren Diskussion nicht nur historische Aspekte beleuchteten, sondern eine produktive Auseinandersetzung ermöglichten.

Stark gefordert seien die Ausstellungsmacher auch durch die Anforderung, dass die Ausstellung zu einem integralen Bestandteil der Imshäuser Bildungsarbeit werden und möglichst viele, sehr unterschiedliche Nutzergruppen erreichen solle: Nach Imshausen kämen sowohl Schüler- als auch Studierendengruppen, es kämen sowohl Menschen, die nur einen kurzen thematischen Einstieg suchten, als auch solche mit dem Wunsch nach einem tiefergehenden Einstieg. Auch wenn Pieper in ihrer Präsentation noch keine konkreten räumlichen Gestaltungsprinzipien zeigen konnte, überzeugte das Grundkonzept der Ausstellung und ließ bereits sichtliche Vorfreude aufkommen.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
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Montag, 05. November 2018, 19 Uhr | Trott Lecture
Krise der Demokratie
Vorlesung von
Prof. Dr. Wolfgang Merkel
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung


Sonntag, 11. November, 15.00 Uhr | Kultur in Imshausen
Und wenn die ganze Welt zusammenfällt
Populär und doch verboten
Ein musikalischer Nachmittag in Erinnerung an die Pogromnacht von 1938 mit
Renate und Roland Häusler (Guxhagen)
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Die „Gesellschaft Imshausen“ und die geistige Erneuerung nach 1945
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