Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Gemeinsame Veranstaltung mit der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg



Donnerstag, 07. Juni 2018, 19.00 Uhr | Imshäuser Gespräch

Die Europäische Union am Scheideweg

Sinnkrise in Zeiten von Brexit, Euro- und Flüchtlingskrise

Gespräch mit
Bundesverfassungsrichter Prof. Dr. Peter M. Huber
(Karlsruhe/München)
Herrenhaus Imshausen

60 Jahre nach Unterzeichnung der Römischen Verträge tritt uns die Europäische Union als ein zutiefst verunsicherter und nach Orientierung suchender Staatenverbund gegenüber. Brexit, Eurokrise und der Zustrom von Flüchtlingen hinterlassen tiefe Spuren, die EU erscheint gespalten und überfordert. Die EU wird von vielen Menschen eher als Teil des Problems, denn als Teil der Lösung gesehen. Die Zunahme des Einflusses nationalistischer und rechtspopulistischer politischer Kräfte in vielen Mitgliedsstaaten belegen ein verbreitetes Unbehagen über die EU und ein tief sitzendes Misstrauen gegenüber ihren Institutionen.

Die Konflikte um die Regelungen zum Austritt Großbritanniens zeigen, dass das vereinte Europa, das zuvor nur Erweiterung und Vertiefung der Union zu kennen schien, keine konsistenten Regelungen für den Fall eines Austritts aus dem Staatenbund zu haben scheint. Die Eurokrise dauert nunmehr bereits gut sieben Jahre an. Trotz aller Gegenmaßnahmen, über deren Wirksamkeit man unterschiedlicher Meinung sein kann, wächst die Verschuldung der meisten Mitgliedsstaaten weiter. Auch das viel diskutierte Dublin-System, das die Zuständigkeit für die Durchführung von Asylverfahren regeln soll, funktioniert offenkundig nicht. Die Länder Südeuropas fühlen sich angesichts des Zustroms von Flüchtlingen über das Mittelmeer allein gelassen, einige osteuropäische Staaten verweigern die Aufnahme von Flüchtlingen komplett und lassen sich selbst durch eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren nicht beeindrucken. Welche Möglichkeiten gibt es, die durch die europäische Annäherung erreichten zivilisatorischen Errungenschaften auch für die Zukunft weiter zu erhalten und auszubauen? Was kann die Europäische Union sinnvollerweise leisten und welche Erwartungen an sie sind realistisch? Diese Fragen stehen unter anderem im Mittelpunkt der Veranstaltung mit Prof. Dr. Peter M. Huber.

Zur Person

Prof. Dr. Peter M. Huber studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten München und Genf. Nach Tätigkeiten an den Universitäten Augsburg, Jena und Bayreuth ist Huber seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Staatsphilosophie an der Universität München. Vom November 2009 bis November 2010 war Huber Innenminister des Freistaates Thüringen im Kabinett Lieberknecht. Im November 2010 wurde Huber durch den Wahlausschuss des Deutschen Bundestags zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt. Er gehört dort dem Zweiten Senat als Nachfolger von Siegfried Broß an. Als Verfassungsrichter agierte Huber im Zweiten Senat bisher als Berichterstatter in mehr als 15 europa- und völkerrechtlichen Verfahren, darunter ESM, OMT, EAPP, CETA, Identitätskontrolle I, Treaty Override u.a.m.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.


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Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.