Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 24. November 2017, 19 Uhr | Imshäuser Gespräch

Aus den Augen aus dem Sinn?

Der vergessene Konflikt in der Ukraine

Gespräch mit
Sarah Reinke
Projektmanagerin der Stiftung Adam von Trott (Imshausen), zuvor Osteuropa-Expertin bei der Gesellschaft für bedrohte Völker
Herrenhaus Imshausen

2014 war die Situation in der Ukraine das Top-Thema in den Medien und in vielen Streitgesprächen, mittlerweile ist die Ukraine fast aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Wie sieht es im Kriegsgebiet im Osten der Ukraine heute aus, wie auf der Krim? Wie verläuft der Demokratisierungsprozess? Wie ist die internationale auch gerade deutsche Politik der Ukraine gegenüber?

Neben dem Blick auf die aktuelle Situation in der Ukraine soll an diesem Abend auch ein Schlaglicht auf die Geschichte geworfen werden: Die Ukraine war eines der Länder Ost- und Ostmitteleuropas, in dem die Nationalsozialisten die schwersten Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen haben. 4,5 Millionen Ukrainer – Soldaten und Zivilisten – starben im Krieg, von den 1,8 Millionen Kriegsgefangenen überlebte die Mehrzahl die deutschen Lager nicht. 2,4 Millionen, vor allem Frauen und Mädchen, wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt, 1,5 Millionen Juden und Roma fielen dem NS-Völkermord zum Opfer, 714 Städte und 28.000 Dörfer wurden zerstört. Daher darf heute nicht nur Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion wahrgenommen werden, sondern Deutschland muss seine Geschichtspolitik und Gedenkkultur im Zusammenhang mit der Ukraine vollkommen neu ausrichten.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns!

Zur Person

Sarah Reinke hat von 2008 bis 2017 das Hauptstadtbüro der internationalen Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker geleitet, für die sie seit 2000 auch als Referentin für Osteuropa und Russland tätig war. In dieser Funktion führte sie politische Kampagnen, Veranstaltungen und Projekte durch, arbeitete in Netzwerken und Gremien und betreute Flüchtlinge. Recherchereisen führten sie nach Osteuropa und Russland. Sie studierte in Freiburg, Göttingen und Kasan (Russland) Geschichte, Slawistik und Amerikanistik. Mit dem 1. Mai 2017 wechselte Sarah Reinke als Projektleiterin zur Stiftung Adam von Trott nach Imshausen.


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