Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Dorothee Engelhard übernimmt vorübergehend Vorsitz der Stiftung von Trott

Neue Köpfe, große Pläne

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden der Stiftung Adam von Trott, Prof. Roland Merten, vor sechs Wochen hat zunächst die bisherige Stellvertreterin, Dorothee Engelhard, diese Aufgabe übernommen. Er habe den erforderlichen Rückhalt der Mitglieder in einer für die Stiftung schwierigen Zeit nicht mehr gegeben gesehen, hieß es zur Erklärung in einer Mitteilung an die Vereinsmitglieder. Merten, der an der Jenaer Uni Erziehungswissenschaften lehrt, war allerdings wenige Monate zuvor als Vorsitzender bestätigt worden und bleibt auch weiterhin Mitglied.

Die Stiftung Adam von Trott steht vor großen Herausforderungen. So sei zeitweise nicht klar gewesen, ob die Geschäftsführerin gehalten werden könne. Zudem sind fünf Millionen Euro an Fördergeld vom Bund zugesagt. Davon sollen drei Millionen Euro für Umbauten und Renovierung eingesetzt werden, mit zwei Millionen Euro werde eine Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen gefördert, wie Dorothee Engelhard erläuterte.

Dorothee Engelhard übernimmt vorübergehend Vorsitz der Stiftung von Trott.

Personell steht eine weitere Veränderung bevor: So wird sich die bisherige Geschäftsführerin, Ute Janßen, künftig ganz der Aufgabe als Bildungsreferentin widmen, und ab 1. Mai wird Sarah Reinke als neue Geschäftsführerin ihre Tätigkeit aufnehmen. Sie ist derzeit in dieser Funktion noch bei der „Gesellschaft für bedrohte Völker“ tätig und kommt mit ihrer Familie aus Berlin nach Imshausen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Stiftung auf eine tragfähige Basis zu stellen, mehr Gruppen ins Haus zu holen und für Wirtschaftlichkeit zu sorgen. Man sei ein Verein, der sich tragen müsse, erklärte Engelhard, der Stiftungsanteil sei marginal. Das Schiff solle wieder auf Kurs gebracht werden.

Die Umbau- und Renovierungsarbeiten beginnen nach den Worten von Dorothee Engelhard nicht vor 2018. Die Pläne sehen unter anderem den behindertengerechten Umbau und einen gläsernen Anbau an den Westflügel für mindestens 80 Personen vor. Auch eine Dauerausstellung in der Eingangshalle des Herrenhauses ist geplant.

Zusammen mit der Uni Göttingen veranstaltet die Stiftung Konferenzen, Seminare, Schülerworkshops und anderes. Geplant ist eine dauerhafte Partnerschaft, ein Kooperationsvertrag soll abgeschlossen werden. In einem paritätisch besetzten Leitungsgremium aus Stiftung und Universität engagieren sich die Uni-Präsidentin Prof. Ulrike Beisiegel und der Politik-Professor Andreas Busch.

Die Stiftung möchte das Lebenszeugnis von Adam von Trott bewahren und zeigen, was dieses in der heutigen Zeit noch bedeutet. Adam von Trott werde nicht als Held gesehen, sagt Dorothee Engelhard, sondern als Ausgangspunkt mit allen seinen europäischen Verflechtungen. Imshausen solle jungen Menschen Orientierung geben, ein Ort sein, an dem sie sich für ihr eigenes Leben vergewissern könnten.

Zur Person

Dorothee Engelhard stammt aus Berlin, ist in Göttingen zur Schule gegangen und hat sich dort zur Grundschullehrerin ausbilden lassen. Nach ihrer Tätigkeit an einer Volksschule in der Lüneburger Heide studierte sie Erziehungswissenschaften und Soziologie mit Abschluss M.A. in den USA und arbeitete im Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend zunächst in Bonn, später in Berlin. Sie war als Referatsleiterin für Tageseinrichtungen für Kinder zuständig, ging 2003 in Pension. Sie ist ledig und lebt in Berlin. (ank)

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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